SAXS-Analyse von Mizellen und Liposomen,PEGylierung

Röntgenkleinwinkelstreuung ermöglicht die Rekonstruktion der Struktur von Arzneimittelträgern sowohl mit als auch ohne Wirkstoff in natürlicher wässriger Umgebung. Dimensionen, Form und Kontrast der Elektronendichte können für biologisch abbaubare Arzneimittelträger wie Mizellen, Liposome, Nanofasern und Mikrosphären rekonstruiert werden. Eine Applikationsbericht mit dem Beispiel einer SAXS-Analyse der SDS Mizelle ist hier verfügbar. Eine wichtige Charakterisierung ist die Bestimmung der Partikelgrößenverteilung.


Inhalative und intranasale Applikation - XRPD & SAXS

Die Verabreichung von Arzneimitteln über Lungen- und Nasenwege wird häufig für Aerosole (Suspensionen flüssiger oder fester Schwebeteilchen aus Inhalatoren, Verneblern und Sprays) verwendet. Dies ist möglicherweise einer der vielversprechendsten Verabreichungswege, weil er durch eine weniger feindliche Umgebung als den Gastrointestinaltrakt führt, insbesondere für neue Protein- und Peptid-basierte Medikamente. Jedoch ist eine genaue und reproduzierbare Dosierung - unabhängig vom Patienten - noch eine technologische Herausforderung für diese Art der Verabreichung.


Die Arzneimittelträger (z.B. Mikrosphären, Nanopartikel, Liposome) und die aktive pharmazeutische Substanz (Biopharmazeutika) sind für SAXS und ergänzende Methoden zugänglich, sobald sie die Flüssigphase erreichen.


Ophthalmische, otitische Verabreichungsroute - SAXS

Die Methoden zur Charakterisierung dieser flüssigen Formulierungen sind im allgemeinen ähnlich der Charakterisierung von Injektions-Medikamenten; sie erfolgen mit Röntgenkleinwinkelstreuung. Charakterisierung von auf Flüssigkristallen basierenden Formulierungen erfolgt durch eine Kombination von SAXS und XRPD-Techniken.


Transdermale Verabreichungsroute - XRPD & SAXS

Transdermale Arzneimittelabgabesysteme werden möglicherweise bevorzugt, weil sie im Vergleich zu anderen Formen der Verabreichung des Arzneimittels ein geringeres Risiko für Leber und Magen-Darm-Trakt darstellen. Ein transdermales Pflaster ist eine Darreichungsform, die die pharmazeutische Formulierung mit anderen Komponenten kombiniert, wie beispielsweise einer Schutzfolie, Kleber, abgabekontrollierender Membran, Reservoir oder Trägerschicht oder einer Kombination aus diesen.


Die XRPD-Charakterisierung des transdermalen Systems kann Eigenschaften der pharmazeutischen Formulierung abdecken: Kristallinität und polymorphe Verunreinigungen im Hauptbestandteil oder deren Verteilung (ein Beispiel ist hier verfügbar); die Materialeigenschaften der Pflasterbestandteile - Polymerstrukturen, Folien und Klebemittel.